Oswald Johann aus Thürnthal/Fels


Werdegang

Johann Oswald wurde am 02.04.1907 in Fels/Wagram geboren (Vater: Johann Oswald, Mutter: Franziska Oswald - geb. Jameck). Er war Landwirt in seinem Wohnort in Thürnthal/Wagram. 1955 heitatete er Aloisia Berger. Er verstarb am 24.6.1980 im Krankenhaus Krems.

1934 kam er erstmals mit den Schriften der Internationalen Bibelforscher Vereinigung in Berührung und wurde 1936 selbst ein Bibelforscher (Zeuge Jehovas). Er konnte auch seinen Bruder Franz Oswald überzeugen, welcher sich ebenfalls 1936 den Bibelforschern anschloss. Gemeinsam nahmen sie Kontakt zu ihren Glaubensbrüdern in Krems und Tulln auf und trafen sich fast jeden Sonntag zum gemeinsamen Bibelstudium.

Verhaftung und Anklage

Im Februar 1940 erhielt er und sein Bruder Franz hektografisch vervielfältigte "Aufklärungsschriften der Bibelforscher" und einen Abschiedsbrief eines zum Tode verurteilten Bibelforschers. Diese Schriften überbrachten sie als Kuriere den kremser Glaubenbrüdern Köck und Stanzl. Bei dieser Gelegenheit wurden sie in der Wohnung von Stanzl festgenommen. Johann Oswald wurde am 31.3.1940 verhaftet, am Landesgericht St. Pölten angeklagt und verbrachte 40 Monate in Zuchthaus und KZ. 

In der Anklageschrift heißt es über die "Gefährlichkeit" der Gemeinde der Zeugen Jehovas:
"Ihre Anhänger lehnen die Wehrpflicht ab mit der Begründung, dass das Bibelgebot sagt: "Du sollst nicht töten", sie bestreiten selbst im Falle eines feindlichen Angriffs einem Volke das Recht sich mit der Waffe in der Hand zu wehren, und sie versuchen, alle Wehrpflichtigen zur Verweigerung des Wehrdienstes zu verleiten."

Johann Oswald wurde aufgrund seiner Untauglichkeit (starke Sehbehinderung) zwar nicht zum Heeresdienst herangezogen, aber er ließ trotzdem den Ermittlungsrichter wissen, dass er auch bei Tauglichkeit den Kriegsdienst verweigern würde, da es sein Glaube nicht zulasse, sich an Kampfeshandlungen zu beteiligen. 

Er wurde daher wegen der Teilnahme an einer wehrfeindlichen Verbindung und wegen deren Unterstützung verurteilt. Er verbrachte den größten Teil seiner Haft (gesamt 40 Monate) im Gefangenenhaus Stein. Sein Bruder Franz wurde später zum Tode verurteilt und im Zuchthaus Brandenburg-Görden geköpft.

Anklageschrift Johann und Franz Oswald