Seine Gewissensüberzeugung


Warum stellte sich Rudolf Redlinghofer gegen das übermächtige NS-Regime? Warum lehnte er den Dienst mit einer Waffe kategorisch ab?

 

Seine letzten Briefe geben Aufschluss über seine innere Haltung und seine Gewissensüberzeugung.

Hier eine solche Textstelle aus seinem Brief vom 16.11.1939 aus dem Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit:

"Ich schädige mit meiner Glaubensüberzeugung keinen Menschen, und auch nicht den Staat. Ich bin auch bereit für Volk und Heimat jeden Dienst zu tun. Aber mit der Waffe in der Hand meinem Nächsten gegenübertreten und ihn töten, nein, das kann ich nicht mit meinem Gewissen und dem Gesetz Gottes in Einklang bringen. Er fordert doch, man darf kein Menschenblut vergießen, ..."

Was übte auf sein Gewissen einen so prägenden Einfluss aus?
Einen großen Anteil daran hatte sicherlich sein Studium der Heiligen Schriften.

Dies kommt schon in seinem ersten Schreiben an das Wehrmeldeamt Krems zum Ausdruck. Redlinghofer bezieht sich dort auf folgende biblische Grundsätze:

 

2. Mo. 20:13 - Das sechste Gebot: "Du sollst nicht morden."

 

Apg. 5:29 - "Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen."

 

Mat. 26:52 - "Da sagte Jesus zu ihm: „Stecke dein Schwert wieder an seinen Platz, denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen."

 

1. Pe. 2:21 - "In der Tat, zu diesem [Lauf] wurdet ihr berufen, weil auch Christus für euch gelitten hat, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen genau nachfolgt."

Rudolf Redlinghofer in seinem letzten Brief vom 10.1.1940:

"Ich für meinen Teil danke Gott für diese Gnade, die ich in Christo teilhaftig werden durfte."

Redlinghofer zeigte konsequent bis in seine letzten Stunden, dass ihm folgende Worte des Apostel Paulus ein echtes Herzensanliegen waren (2. Ti. 1:3*):

"Ich bin Gott dankbar, dem ich mit reinem Gewissen heiligen Dienst darbringe, ..."


Seine letzten Grußworte im Abschiedsbrief vom 10.1.1940
Seine letzten Grußworte im Abschiedsbrief vom 10.1.1940

*Er führte diese Bibelstelle in seinem Brief vom 05.08.1939 an das Wehrmeldeamt Krems an