Events / Veranstaltungen


18.10.2014 - Brieflesung Nationalbibliothek

Im Zuge der Abschlussfeier des Gedenkprojekts "THE VIENNA PROJECT 2013-2014" wurden am 18. Oktober 2014 in der Österreichischen Nationalbibliothek Briefe von NS-Opfern durch Angehörigen vorgelesen

Wolfgang Schranz - der Enkel von Rudolf Redlingshofer - liest dessen Abschiedsbrief vor.

Der Abschiedsbrief wurde von Redlingshofer nur wenige Stunden vor seiner Enthauptung geschrieben. Die Zuhörer waren sichtlich bewegt.

Das Projekt wurde mit einem "Naming Memorial" am Josefsplatz beendet. Die Namen von 85.000 Opfern wurden auf die Fassaden des Platzes projiziert. Eine beeindruckende Inszenierung.

Die Namen der Opfer wurden aus den verschiedensten Archiven zusammengetragen, unter anderem auch aus dem Archiv des Vereins Lila Winkel.

Die Videoprojektion wurde von Prof. Dr. Karen Frostig konzipiert.


17.10.2014 - Lesemarathon Wien 

Am Freitag, dem 17. Oktober 2014 fand im Zuge der The Vienna Project Abschlussveranstaltungen der Lesemarathon statt. Wiener Schulklassen wurden dazu eingeladen, zwischen 1938 und 1945 verfasste Briefe österreichischer Opfer des Nationalsozialismus öffentlich an einem der 38 Gedenkorte in Wien vorzulesen. So sollte die Stadt mit Stimmen der Erinnerung erfüllt werden. Bei dieser Gelegenheit wurde auch der Abschiedsbrief von Rudolf Redlingshofer bei der Wiener Staatsoper vorgelesen.
Eine der Reaktionen:

 

“Bei der Oper wurde der letzte Brief eines Zeugen Jehovas gelesen, der aus Glaubensgründen den Wehrdienst verweigert hat. Da kommen einem auch nach 75 Jahren die Tränen, ob der Stärke und zugleich Verzweiflung von Rudolf Redlinghofer, sechs Stunden vor seiner Hinrichtung.“ (Peter Mlczoch) 

 

--> Weitere Informationen


23.06.2009 - Stolpersteinverlegung Krems


1998 - Gedenkausstellung in Krems

Rudolf Redlinghofer war nur einer der Bibelforscher - wie Jehovas Zeugen damals genannt wurden - die aufgrund ihrer Gewissensüberzeugung und der konsequenten Weigerung, das NS-Regime zu unterstützen, hingerichtet wurden. 1938 gab es in Österreich ca. 550 Zeugen, von denen 445 unterschiedlich lange in Haft waren. Zwischen 1938 und 1945 wurden 50 von ihnen hingerichtet, 13 wurden entweder erschlagen, vergast oder starben aufgrund von perversen medizinischen Versuchen. Mindestens 81 weitere starben in Gefängnissen und Konzentrationslagern infolge von Krankheit und Erschöpfung.
In Deutschland wurden von den etwa 25.000 Zeugen Jehovas im Jahre 1933 ungefähr jeder dritte inhaftiert. Dort starben insgesamt ca. 2000 an der Verfolgung, 253 davon verurteilte man zum Tode, und 203 wurden tatsächlich hingerichtet.
All dies nur deshalb, weil Sie ihrem Gewissen treu geblieben sind. Dabei hätte jeder Zeuge die Gelegenheit gehabt, durch eine einfache Unterschrift, seiner Gewissensüberzeugung abzuschwören und damit in die Freiheit zu gehen.

Obschon die Opfergruppe der Zeugen Jehovas in der Fachliteratur Erwähnung findet, ist ihre neutrale Haltung während der NS-Diktatur und das Ausmaß ihrer Verfolgung der Öffentlichkeit nicht in dem Maße bekannt, wie dies auf andere Opfergruppen jener Zeit zutrifft. Auch in größeren Gedenkstätten wie z.B. in Mauthausen ist die Geschichte der Zeugen nur spärlich vertreten.

Aus diesem Grund wurde anlässlich des Gedenkjahres 1998 (60 Jahre Einmarsch der Hitlertruppen) eine spezielle Wanderausstellung mit dem zutreffenden Titel: "Die vergessenen Opfer der NS-Zeit" ins Leben gerufen, durch die das tragische Schicksal vieler Zeugen dokumentiert und der Erinnerung entrissen werden soll.
Die Ausstellung in Form einer nachgebauten KZ-Baracke wurde mittlerweile in mehr als 70 Orten auf Hauptplätzen, gut zugänglichen Orten oder in Schulen präsentiert und von mehr als 100.000 Menschen besucht. Auf mehr als 20 Schautafeln wird in eindrucksvoller Weise das Leid und die Standhaftigkeit der Zeugen dokumentiert. Eine Tafel erinnert auch an Rudolf Redlinghofer.
Nachfolgend einige Bilder von der Ausstellung in Krems a. d. Donau vom 2. bis 10. Mai 1998 (wurde um 2 Tage verlängert). Zur Eröffnung durch Bgm. Franz Hölzl kamen 320 Personen.

Bilder der Baracken-Ausstellung